Steinhardt

Die Legende von den Steinhardter Erbsen

Vor langer langer Zeit lebte ein reicher, aber hartherziger Bauer in Steinhardt. Im Frühling fuhr er hinaus auf seinen Acker um Erbsen zu säen. Als die Arbeit fast fertig war, kam ein armer, alter Mann zu ihm, grüßte freundlich und bat höflich um so viele Erbsen, dass er und seine Familie eine Suppe davon kochen könnten. Höhnisch wies der reiche Bauer den Bettler ab. Eher sollten seine Erbsen zu Stein werden, bevor er auch nur eine Handvoll verschenken würde. Traurig wandte sich der Alte ab und ging.

Fluchend säte der Bauer weiter. Sein Sack auf der Schulter wurde jedoch
nicht leichter, sondern immer schwerer. Da bemerkte er mit Entsetzen, dass die Erbsen sich in runde Steine verwandelt hatten. Aber auch die Erbsen, welche er bereits gesät hatte, waren inzwischen rundliche Steine geworden.
Noch heute findet man in den Äckern und Weinbergen rund um Steinhardt diese seltsamen Steingebilde, die der Volksmund Steinhardter Erbsen nennt.

Was sind die Steinhardter Erbsen tatsächlich und wie sind sie entstanden?

Steinhardter Erbsen sind rundliche Sandsteingebilde mit eingeschlossenen Ästen, Pflanzenresten und Zapfen von Lärchen, Kiefern, Fichten und Koniferen. Selten findet man auch kleine Tiere oder Muscheln. Die Steinhardter Erbsen sind Überbleibsel aus einem Urzeitmeer (Oligozänmeer/ca. 30 Mio. Jahre). Da muss damals ein Strand gewesen sein: mit subtropischen Temperaturen (vergleichbar mit der heutigen Karibik), Palmen und Lorbeerbäumen. Die Sande am Strand haben sich teilweise durch andere Stoffe verfestigt und verweste Pflanzen und Tiere eingeschlossen – die Steinhardter Erbsen.